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Massenmedien: Abschied von der „allgemeinen Öffentlichkeit“

https://cdn.netzpoli... 660w, https://cdn.netzpoli... 380w, https://cdn.netzpoli... 160w" sizes=" 860px) 100vw, 860px" />Soziale Netzwerke: Teil einer "Singularisierung" der Öffentlichkeit. CC-BY 2.0 Mixy Lorenzo

Kultursoziologe Andreas Reckwitz hat für seine Gegenwartsanalyse „Die Gesellschaft der Singularitäten“ den Bayerischen Buchpreis gewonnen. Seine Kernthese: Allgemeine Kriterien verfallen zugunsten einer stärkeren Orientierung am Besonderen und Individuellen.

In einem Interview mit Deutschlandfunk Kultur setzt er seine Theorie nun auch in Bezug zum Wandel der Öffentlichkeit:

Da kann man, denke ich, tatsächlich sagen, dass die Digitalisierung auch dazu führt, dass in jeder Hinsicht so was wie eine allgemeine Öffentlichkeit erodiert und es viele Partikularöffentlichkeiten gibt. Also, einfach gesagt: Auch die alte Industriegesellschaft war ja eine, in der es eine gemeinsame Öffentlichkeit in mancher Hinsicht gab, über – zum Beispiel – die großen überregionalen Zeitungen oder über das staatliche Fernsehen. Das waren ja gewissermaßen Medien, die sich an alle gewandt haben, die auch sehr hohe Einschaltquoten hatten, wo man sagen kann, die verschiedensten Milieus der Gesellschaft haben das rezipiert und hatten, könnte man sagen, eine gemeinsame Debattengrundlage.

Diese gemeinsame Debattengrundlage sei in den digitalen Medien verloren gegangen, so Reckwitz. Die entstehenden Partikularöffentlichkeiten würden die Mobilisierung von Gruppen erleichtern. Das sei nicht ausschließlich problematisch, allerdings ginge dadurch der für eine Demokratie notwendige Kommunikationsraum verloren.

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